🚛 TANNER Transport Update | KW 40
Die wichtigsten Transport- und Logistik-News der Woche – kurz & kompakt.
🇨🇭 SCHWEIZ: DIESEL & RHEIN BLEIBEN IM FOKUS
Die hohen Dieselpreise belasten das Schweizer Strassentransportgewerbe weiterhin. Die ASTAG hat Bundesrätin Karin Keller-Sutter in einem dringlichen Schreiben aufgefordert, zeitlich begrenzte Entlastungsmassnahmen zu prüfen.
Genannt werden unter anderem:
⛽ Steuergutschriften auf Treibstoffkosten
🚛 temporäre Entlastungen bei Abgaben und Gebühren
📊 eine ausserordentliche Anpassung des KBOB-Index
Gleichzeitig bleibt die Versorgungslage bei Mineralölprodukten angespannt. Positiv: Die Raffinerie Cressier produziert wieder und weitere Bezüge aus den Pflichtlagern sind derzeit nicht erforderlich.
Problematisch bleibt jedoch der Rhein: Laut Wirtschaftlicher Landesversorgung ist der Transport aufgrund des Niedrigwassers derzeit faktisch stark eingeschränkt. Zusätzliche Mengen müssen teilweise auf Bahn und Strasse verlagert werden. ASTAG
👉 Für Verlader: Diesel- und Transportkosten beobachten und bei Rheinverkehren Kapazitäten auf alternativen Verkehrsträgern frühzeitig sichern.
🇩🇪 DEUTSCHE SEEHÄFEN: ENTSCHEIDENDE WOCHE IM TARIFKONFLIKT
In Hamburg, Bremen/Bremerhaven, Wilhelmshaven, Emden und Brake läuft weiterhin die Urabstimmung über mögliche unbefristete Streiks.
Die Abstimmung läuft bis 1. Oktober 2026. Für einen unbefristeten Streik ist eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent erforderlich.
⚠️ Wichtig: Aktuell handelt es sich noch nicht um einen bestätigten unbefristeten Streik.
Sollte die notwendige Mehrheit erreicht werden, könnten länger dauernde Arbeitsniederlegungen Containerumschlag sowie Bahn- und Lkw-Vor- und Nachläufe erheblich beeinträchtigen. ZDS Seehafenbetriebe
👉 Für Verlader: Deutsche Seehäfen diese Woche eng beobachten und für zeitkritische Sendungen Alternativen über Rotterdam, Antwerpen-Brügge oder andere Häfen vorbereiten.
🇮🇹 ITALIEN: HAFENSTREIK HEUTE – LUFTFRACHT AM MITTWOCH BETROFFEN
Heute, Montag, 28. September, findet ein landesweiter 24-Stunden-Streik im italienischen Hafensektor statt.
Betroffen sind Hafenunternehmen und weitere Betriebe, die unter den italienischen Hafentarifvertrag fallen. Je nach lokaler Beteiligung sind Verzögerungen beim Umschlag sowie bei Vor- und Nachläufen möglich.
Bereits am Mittwoch, 30. September, folgt die nächste Störung: Mitarbeitende der italienischen Flugsicherung ENAV streiken landesweit von 13:00 bis 17:00 Uhr. Zusätzlich bestehen lokale Streikaufrufe unter anderem in Mailand-Linate, Neapel, Bologna und Bari.
Am Freitag, 2. Oktober, ist zudem ein weiterer sektorübergreifender Streik angekündigt, der unter anderem Teile des Bahn- und Seeverkehrs betreffen kann. Scioperi
👉 Für Verlader: Italienische Hafen-, Luftfracht- und Bahnverkehre diese Woche besonders früh disponieren und zusätzliche Laufzeit einplanen.
🚢 SUEZ: WEITERE ASIEN–EUROPA-DIENSTE KEHREN ZURÜCK
Maersk und Hapag-Lloyd führen weitere Gemini-Dienste wieder durch den Suezkanal statt um das Kap der Guten Hoffnung.
Die Dienste AE5, AE11, AE12 und ME2 werden schrittweise auf Trans-Suez umgestellt und ergänzen bereits entsprechend geroutete Verbindungen.
Für Verlader kann dies auf betroffenen Relationen kürzere Transitzeiten zwischen Asien und Europa bedeuten. Die Reedereien weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass das Routing weiterhin von der Sicherheitslage abhängig bleibt. Maersk
👉 Für Verlader: Bei neuen Asien-Buchungen das tatsächliche Routing und die aktuelle Transitzeit konkret prüfen.
🌍 HORMUS & GOLF VON ADEN: SICHERHEITSRISIKEN BLEIBEN HOCH
Während sich die Situation auf einzelnen Suez-Verbindungen verbessert, bleibt die Sicherheitslage an anderen wichtigen Seewegen kritisch.
Die IMO hat 80 Angriffe auf Handelsschiffe in und um die Strasse von Hormus seit Beginn des aktuellen Konflikts verifiziert. Mindestens 22 Seeleute kamen dabei ums Leben.
Auch die Piraterie im Golf von Aden hat wieder zugenommen. Nach Angaben der IMO befinden sich mehr als 90 Seeleute auf gekaperten Schiffen in Gefangenschaft.
Die Schweizer Wirtschaftliche Landesversorgung meldet zudem weiterhin eingeschränkten Schiffsverkehr durch Hormus sowie Angriffe auf Schiffe im Bereich Bab el-Mandab. International Maritime Organization
👉 Für Verlader: Versicherungen, Sicherheitszuschläge, Routings und Transitzeiten bei Nahost-Verkehren weiterhin individuell prüfen.
💡 EINSCHÄTZUNG TANNER LOGISTICS
Diese Woche stehen insbesondere Streiks und Transportkapazitäten im Fokus.
🇨🇭 Diesel- und Rhein-Situation beobachten
🇩🇪 Entscheidung im Hafen-Tarifkonflikt verfolgen
🇮🇹 Hafen-, Luft- und Bahnstreiks berücksichtigen
🚢 Suez-Routings individuell prüfen
⚠️ Hormus und Golf von Aden weiter beobachten
Für Verlader gilt:
✅ früh planen
✅ Kapazitäten sichern
✅ Streiks beobachten
✅ Zeitpuffer einbauen
✅ alternative Routings bereithalten
🚛 Strasse | 🚆 Bahn | 🚢 See | ✈️ Luft
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