🚛 TANNER Transport Update | KW 41

Die wichtigsten Transport- und Logistik-News der Woche – kurz & kompakt.

🇨🇭 SCHWEIZ: LSVA DEFINITIV VERABSCHIEDET

Die eidgenössischen Räte haben am 2. Oktober die Weiterentwicklung der LSVA definitiv verabschiedet.

Die wichtigsten Punkte:

⚡ E-LKW bleiben bis Ende 2030 vollständig von der LSVA befreit.

📉 Ab 2031 werden sie schrittweise über jährlich sinkende Rabatte in die LSVA integriert.

🚛 Ab 2035 gilt auch für E-LKW die volle LSVA.

📅 Abklassierungen müssen künftig sieben Jahre im Voraus angekündigt werden.

Eine automatische Teuerungsanpassung sowie höhere LSVA-Tarife für EURO-7-Fahrzeuge wurden abgelehnt.

👉 Für Verlader:
Kurzfristig entsteht dadurch mehr Planungssicherheit. Mittel- und langfristig bleibt die LSVA aber ein wichtiger Faktor für Schweizer Transportkosten.

⛽ DIESEL & RHEIN BLEIBEN IM FOKUS

Die ASTAG hat ihre Dieselpreisinformationen am 1. Oktober erneut aktualisiert und verweist auf die erheblichen Verwerfungen an den internationalen Energie- und Lieferketten durch den Nahost-Konflikt.

Die Forderung der ASTAG an den Bundesrat nach zeitlich begrenzten Entlastungsmassnahmen bleibt bestehen. Dazu gehören mögliche Steuergutschriften auf Treibstoffkosten, Entlastungen bei Gebühren und eine Anpassung des KBOB-Index.

Gleichzeitig bleibt das Niedrigwasser auf dem Rhein problematisch. Die Wirtschaftliche Landesversorgung bezeichnet die Schiffbarkeit weiterhin als erheblich eingeschränkt.

👉 Für Verlader:
Treibstoffkosten und verfügbare Rhein-, Bahn- und Strassenkapazitäten weiterhin eng beobachten.

🇨🇭🇦🇹 NEUE ZOLLABLÄUFE IM RHEINTAL

Seit dem 1. Oktober gelten neue Prozesse für den kommerziellen Warenverkehr zwischen der Schweiz und Österreich.

Grund sind die Einführung von Smart Border Austria und die Umstellung auf Passar 2.0.

Unter anderem entfallen Einfuhrabfertigungen in Wolfurt. Gleichzeitig werden digitale und automatisierte Zollprozesse weiter ausgebaut.

Betroffen sind insbesondere Verkehre über:

📍 Schaanwald
📍 Oberriet
📍 Kriessern
📍 Diepoldsau
📍 Au
📍 St. Margrethen

👉 Für Verlader:
Fahrer, Frachtführer und Zollagenten sollten vor CH–AT-Transporten prüfen, über welchen Grenzübergang und mit welchem neuen Ablauf die Abfertigung erfolgt.

🇩🇪 DEUTSCHE SEEHÄFEN: STREIKRISIKO BLEIBT

Die Urabstimmung über mögliche unbefristete Streiks in den deutschen Seehäfen ist abgeschlossen.

Betroffen sind unter anderem:

⚓ Hamburg
⚓ Bremen / Bremerhaven
⚓ Wilhelmshaven
⚓ Emden
⚓ Brake

In der aktuell verfügbaren Carrier-Information ist weiterhin keine neue Streikaktion bestätigt.

🟠 Das Risiko bleibt jedoch bestehen.

👉 Für Verlader:
Deutsche Seehäfen eng beobachten und bei zeitkritischen Sendungen alternative Routings über andere Nordseehäfen im Hinterkopf behalten.

🇮🇹 ITALIEN: NEUE STREIKSERIE IM GÜTERVERKEHR

Für die kommenden zwei Wochen sind mehrere Arbeitskämpfe angekündigt, die für Schweiz–Italien-Verkehre relevant werden können.

🔴 13.10. 06:00 bis 14.10. 05:59
SBB Cargo Italia – landesweiter 24-Stunden-Streik

🔴 15.10.
DB Cargo Italia – Güterverkehr in der Lombardei

🔴 15.–16.10.
48-Stunden-Streik in den Häfen Neapel und Salerno

🔴 16.10.
Poste Air Cargo – landesweiter 24-Stunden-Streik

🔴 16.–20.10.
regionaler Stillstand im Strassengüterverkehr in Kalabrien

👉 Für Verlader:
Insbesondere Bahn- und Intermodaltransporte Schweiz–Norditalien früh disponieren und mögliche Verschiebungen auf die Strasse einkalkulieren.

🌍 HORMUS: ANGRIFFE NEHMEN WIEDER ZU

Die Strasse von Hormus bleibt aktuell eines der grössten Risiken für internationale Lieferketten.

Seit dem 2. Oktober werden erneut tägliche Angriffe beziehungsweise Vorfälle mit Schiffen im Raum Hormus gemeldet. Reuters berichtet über mindestens sieben jüngere Vorfälle.

Gleichzeitig laufen Öl-, LNG- und Chemieverkehre weiterhin auf hohem Niveau durch die Region.

⚠️ Genau diese Kombination erhöht das Risiko für:

🚢 War-Risk-Zuschläge
💰 höhere Versicherungsprämien
⏱️ Fahrplan- und Routingänderungen
⛽ steigende Energie- und Treibstoffkosten

👉 Für Verlader:
Sendungen mit Bezug zum Persischen Golf sowie Auswirkungen auf Energie- und Transportkosten weiterhin besonders eng beobachten.

💡 EINSCHÄTZUNG TANNER LOGISTICS

Diese Woche stehen für uns fünf Punkte im Vordergrund:

🇨🇭 LSVA bringt mehr Planungssicherheit
🇨🇭🇦🇹 neue Zollprozesse im Rheintal beachten
🇩🇪 deutsches Hafen-Streikrisiko weiter beobachten
🇮🇹 Italien-Verkehre frühzeitig planen
🌍 Hormus bleibt das grösste globale Sicherheitsrisiko

Für Verlader gilt:

✅ früh planen
✅ Kapazitäten sichern
✅ Zollabläufe prüfen
✅ Streiks beobachten
✅ alternative Routings bereithalten

🚛 Strasse | 🚆 Bahn | 🚢 See | ✈️ Luft

Tanner Logistics Solutions – persönlich, unabhängig und lösungsorientiert.

Wir hören zu. Wir denken mit. Wir liefern.

⚠️ STREIK- & STÖRUNGSRADAR | NÄCHSTE 14 TAGE

🟠 🇩🇪 Deutsche Seehäfen
Status: Streikrisiko
Die Urabstimmung ist beendet. Noch ist keine weitere unbefristete Streikaktion bestätigt.

🔴 🇮🇹 13.–14.10.
SBB Cargo Italia
24-Stunden-Streik im Schienengüterverkehr.

🔴 🇮🇹 15.10.
DB Cargo Italia
24-Stunden-Streik im Güterverkehr der Lombardei.

🔴 🇮🇹 15.–16.10.
Neapel & Salerno
48-Stunden-Streik im Hafensystem des zentralen Tyrrhenischen Meeres.

🔴 🇮🇹 16.10.
Poste Air Cargo
24-Stunden-Streik des fliegenden technischen Personals.

🔴 🇮🇹 16.–20.10.
Kalabrien
Regional angekündigter Stillstand im Strassengüterverkehr.

🔴 🌍 Hormus
Sicherheitsrisiko weiterhin hoch. Neue Angriffe auf Schiffe werden gemeldet.

📌 KURZ NOTIERT

🇨🇭 E-Lieferwagen:
Seit 1. Oktober werden elektrische Nutzfahrzeuge bis 4,25 t rechtlich stärker konventionellen Lieferwagen gleichgestellt. Unter anderem entfällt im Schweizer Binnenverkehr unter bestimmten Voraussetzungen die Fahrtschreiberpflicht.

🇹🇭 Thailand:
Überschwemmungen beeinträchtigen weiterhin Inlandtransporte rund um Bangkok und Lat Krabang. Der Containerzug zwischen Lat Krabang ICD und Laem Chabang war zuletzt unterbrochen; auch im Air Cargo bestehen Rückstände.

🇫🇷 Frankreich:
Französische Strassentransportverbände haben wegen hoher Treibstoffkosten Mobilisierungen ab dem 21. Oktober angekündigt. Noch handelt es sich nicht um einen bestätigten landesweiten Streik.