🚛 TANNER Transport Update | KW 43

Die wichtigsten Transport- und Logistik-News der Woche – kurz & kompakt.

🇨🇭 SCHWEIZ: FLUGPETROL-PFLICHTLAGER WERDEN FREIGEGEBEN

Die angespannte Logistiksituation wirkt sich inzwischen direkt auf die Versorgung des Flughafens Zürich aus.

Aufgrund von Ausfällen und erheblichen Verspätungen im internationalen Schienengüterverkehr hat der Bund Bezüge aus den Flugpetrol-Pflichtlagern bewilligt.

✈️ Zeitraum: 15.10.–01.11.2026
⛽ Freigegebene Menge: bis zu 30’000 m³ Flugpetrol

Ein Grund für die angespannte Lage: Wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein wurden zusätzliche Gütermengen auf die bereits stark ausgelastete Schiene verlagert.

Auch die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl hat sich gegenüber der Vorwoche verschlechtert, ist laut Bund aber weiterhin sichergestellt.

Die ASTAG hat ihre Dieselpreise am 15. Oktober erneut aktualisiert. Ihre Forderung an den Bundesrat nach zeitlich begrenzten Entlastungsmassnahmen für das Transportgewerbe bleibt bestehen.

👉 Für Verlader:
Kapazitäten und Treibstoffkosten weiter eng beobachten. Besonders bei zeitkritischer Luftfracht und Bahntransporten können kurzfristige Engpässe Auswirkungen auf Laufzeiten und Preise haben.

🇮🇹 ITALIEN: GÜTERVERKEHRSSTREIK & NEUE AKTIONEN ENDE OKTOBER

In Sizilien und Kalabrien läuft noch bis einschliesslich 20. Oktober ein regionaler Stillstand im gewerblichen Strassengüterverkehr.

🔴 16.–20.10.
Sizilien & Kalabrien – regionaler Güterverkehrsstillstand

Noch relevanter wird der Blick auf Ende Oktober:

🔴 30.10.
Für Italien ist ein landesweiter Generalstreik angekündigt.

Betroffen sind unter anderem:

🚆 Bahnverkehr
🛣️ Autobahnbereiche
✈️ Luftverkehr
⚓ zusätzlich 24-Stunden-Streik im italienischen Hafensektor

Auch an den Flughäfen Pisa und Florenz ist ein 24-Stunden-Streik angekündigt.

👉 Für Verlader:
Italien-Verkehre Ende Oktober früh disponieren. Besonders Bahn-, Hafen-, Air-Cargo- und Intermodaltransporte rund um den 30. Oktober sollten mit zusätzlichem Zeitpuffer geplant werden.

🌍 HORMUS: ESKALATION TRIFFT AUCH CONTAINER- UND MASSENGUTSCHIFFE

Die Lage in und um die Strasse von Hormus hat sich weiter verschärft.

Die IMO zählte bereits per 14. Oktober:

⚠️ 113 bestätigte maritime Vorfälle

Inzwischen sind nicht mehr nur Tanker betroffen.

Mehrere Container- und Massengutschiffe wurden in den vergangenen Tagen getroffen. Zwei Schiffe sanken nach Angriffen im Raum Hormus.

Der Schiffsverkehr bleibt stark eingeschränkt.

Am 18. Oktober erneuerte Iran zwar sein Angebot an die USA, die Strasse von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder vollständig zu öffnen – eine Einigung gibt es bislang jedoch nicht.

👉 Für Verlader:
Bei Verkehren in die Golfregion mit höheren Versicherungs- und War-Risk-Zuschlägen, eingeschränkter Kapazität sowie kurzfristigen Routingänderungen rechnen.

Auch indirekte Auswirkungen auf Diesel-, Energie- und Transportkosten bleiben möglich.

🌍 SCHWARZES MEER: ANGRIFFE AUF HANDELSSCHIFFE NEHMEN ZU

Ein zweites maritimes Risikogebiet rückt stärker in den Fokus.

In der vergangenen Woche wurden zwei Chemikalientanker nahe der rumänischen Schwarzmeerküste von Drohnen getroffen.

Die Angriffe erfolgten in der Nähe des Sulina-Kanals – einer wichtigen Route für ukrainische Exporte.

In den vergangenen zwei Wochen wurden mindestens fünf Handelsschiffe im Raum Rumänien/Bulgarien angegriffen.

Am Wochenende schossen rumänische F-16 zudem zwei Drohnen über rumänischen Hoheitsgewässern ab.

👉 Für Verlader:
Schwarzmeer-Verkehre und ukrainische Exportrelationen sollten hinsichtlich Versicherung, Sicherheitslage und möglicher Verzögerungen eng überwacht werden.

🚢 SUEZ / ROTES MEER: LANGSAME RÜCKKEHR GEHT WEITER

Trotz der angespannten Sicherheitslage kehren einzelne Liniendienste schrittweise auf die kürzere Route durch den Suezkanal und das Rote Meer zurück.

Hapag-Lloyd und Maersk haben bestätigt, dass weitere Gemini-Dienste über Suez geführt werden.

Für den SE1-Dienst ist die erste westgehende Passage ab 27. Oktober vorgesehen.

⚠️ Wichtig:
Jede Passage wird weiterhin individuell sicherheitsgeprüft und erfolgt unter militärischem Schutz.

Eine vollständige Rückkehr aller Asien–Europa-Dienste ins Rote Meer ist dies ausdrücklich noch nicht.

👉 Für Verlader:
Bei Asien–Europa-Buchungen das konkrete Routing und die tatsächliche Transitzeit vor der Buchung prüfen.

💡 EINSCHÄTZUNG TANNER LOGISTICS

Diese Woche zeigen sich zwei gegenläufige Entwicklungen:

🇨🇭 In der Schweiz belasten Rhein- und Schienenprobleme inzwischen sogar die Versorgung mit Flugpetrol.

🌍 Gleichzeitig verschärfen sich die Risiken auf wichtigen internationalen Seewegen.

Für Verlader gilt deshalb:

✅ Kapazitäten früh sichern
✅ Streiks aktiv prüfen
✅ Routing vor Buchung bestätigen
✅ Zeitpuffer einplanen
✅ Transportalternativen bereithalten

🚛 Strasse | 🚆 Bahn | 🚢 See | ✈️ Luft

Tanner Logistics Solutions – persönlich, unabhängig und lösungsorientiert.

Wir hören zu. Wir denken mit. Wir liefern.

⚠️ STREIK- & STÖRUNGSRADAR | NÄCHSTE 14 TAGE

🔴 🇮🇹 bis 20.10.
Sizilien & Kalabrien
Regionaler Stillstand im gewerblichen Strassengüterverkehr.

🟢 🇫🇷 21.–22.10.
Frankreich
Die angekündigte Mobilisierung der Strassentransporteure wegen hoher Dieselpreise wurde nach Zusagen der französischen Regierung ausgesetzt.

🟠 🇮🇹 27.10.
Autobahn A1 Incisa–Sasso Marconi
Vierstündige Arbeitsniederlegungen beim Brandschutzpersonal.

🟠 🇮🇹 28.–29.10.
Emilia-Romagna
24-Stunden-Streik bei Teilen des Bahnverkehrs.

🔴 🇮🇹 30.10.
Landesweiter Generalstreik
Betroffen sind unter anderem Bahn, Luftverkehr und Autobahnbereiche.

🔴 🇮🇹 30.10.
Italienische Häfen
Landesweiter 24-Stunden-Streik im Hafensektor.

🔴 🇮🇹 30.10.
Pisa & Florenz
24-Stunden-Streik bei Flughafen- und Ground-Handling-Unternehmen.

🔴 🌍 Hormus
Akute Sicherheitslage. Zahl bestätigter Angriffe steigt weiter.

🔴 🌍 Schwarzes Meer
Neue Drohnenangriffe auf Handelsschiffe nahe Rumänien und dem Sulina-Kanal.

📌 KURZ NOTIERT

🇨🇭🇻🇳 FREIHANDEL:
Am 18. Oktober wurde das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam unterzeichnet. Für Schweizer Unternehmen entstehen damit langfristig bessere Rahmenbedingungen für Handel und Marktzugang.

⛽ DIESEL:
Die ASTAG aktualisiert die Schweizer Dieselpreisentwicklung weiterhin wöchentlich. Die hohen Treibstoffkosten bleiben ein wesentlicher Kostenfaktor im Strassentransport.

🚢 SUEZ:
Die Rückkehr einzelner Dienste ist positiv – sie bedeutet aktuell aber noch keine vollständige Normalisierung der Asien–Europa-Routen.

Quellen:
Bund / Wirtschaftliche Landesversorgung, ASTAG, italienisches Verkehrsministerium, IMO, Reuters, Hapag-Lloyd, OTRE, SECO.